Öffnungs- und Tiervergabezeiten
Di. - Do.: 15:00 – 17:00 Uhr, Fr. und Sa.: 13:00 – 17:00 Uhr.
Montags sowie an Sonn- und Feiertagen geschlossen.
Facebook   YouTube

Die Körpersprachen von Mensch und Hund

Für eine bessere Kommunikation zwischen Mensch und Hund ist das Verständnis der Körpersprache von Hunden sehr wichtig.

Es ist nicht möglich, nicht zu kommunizieren. Hunde verständigen sich untereinander hauptsächlich mittels Körpersprache. Mit bestimmten Gesten und Bewegungen zeigen sie dem Gegenüber, wie sie sich fühlen. Gleichzeitig sollen diese Signale das Verhalten des anderen Hundes beeinflussen. Sehr oft werden diese Signale gezeigt, um einen Konflikt zu vermeiden. Körpersprachliche Signale sind z. B.: Gähnen, Blinzeln, Nase lecken, Schnüffeln, Kopf weg drehen und Hinsetzen.

Hunde verwenden auch uns Menschen gegenüber diese Form der Kommunikation an. Was und wie Hunde kommunizieren, wird von uns Menschen oft missverstanden

Im Folgenden werden häufig anzutreffende Situationen von Mensch/Hund-Begegnungen gezeigt.

Kind und Hund

Besonders zwischen Kind und Hund kommt es sehr häufig zu Missverständnissen. Kleine Kinder können Hunde oft nicht richtig einschätzen. Daher ist die Anwesenheit einer erwachsenen Person unbedingt zu jeder Zeit notwendig.

Auf diesen Fotos ist zu sehen, wie sich die Hündin dem Kind nähert. Sie ist ohne Leine unterwegs und kann den Abstand selbst wählen und zeigt höfliche, beschwichtigende Körpersprache. Eine solche Begegnung sollte nur unter Aufsicht von Erwachsenen stattfinden. Wenn die Signale intensiver werden, braucht der Hunde Hilfe. Diese Hilfe ist individuell verschieden. Einigen Hunden hilft mehr Abstand, einige benötigen eine Barriere zwischen sich und dem Kind. Es gibt auch Hunde, die sich an der Leine auf Abstand – in diesem Fall zum Kind – wohlerfühlen. Wird dem Hund in solchen Situationen nicht geholfen, können in weiterer Folge Problemverhalten beim Hund auftreten. Der Hund könnte beispielsweise Angst vor Kindern entwickeln, oder die, anfangs beschwichtigenden Signale, könnten zu Drohsignalen werden.

Beispiel 1:

Bild 1: Hund – Körpersprachliche Signale:

  • Gebogener Körper
  • Langsame Bewegung
  • Annäherung im Bogen
  • Blick seitlich am Kind vorbei
  • Kopf tief

Bild 2: Hund – Körpersprachliche Signale:

  • Kopf abgewendet
  • Langsame Bewegung

Bild 3: Hund – Körpersprachliche Signale:

  • Augen auf das Kind gerichtet
  • Langsame Bewegung
  • Körper gebogen

Bild 4: Hund – Körpersprachliche Signale:

  • Schnauze lecken
  • Augen auf das Kind gerichtet
  • Kopf seitlich, aber hoch aufgerichtet
  • Körper gebogen
  • Gewicht nach hinten verlagert (weg vom Kind)

Erklärung zu Bild 4:
Das Kind wendet sich dem Hund zu, worauf die Hündin mit starken Signalen reagiert. In diesem Fall ist es empfehlenswert, nahe beim Hund zu sein, und ihn zu unterstützen. Wenn das Kind seinen Arm in Richtung Hund ausstreckt, könnte sich die Hündin erschrecken. Die Hündin auf dem Bild ist schon älter und hat möglicherweise Schmerzen. Daher sollte man den Abstand zwischen den beiden vergrößern, um nicht noch stärkere Signale beim Hund zu provozieren. In diesem Fall wird die Hündin vorsichtig am Brustgeschirr gehalten, damit sie nicht näher zum Kind kommen kann. Die Hündin dreht sich infolgedessen weg und vergrößert den Abstand wieder.

Es ist sehr wichtig, ruhig und freundlich, ohne jegliche Aufregung zu agieren.

Beispiel 2:


Bild 5


Bild 6

Zum Unterschied zum ersten Beispiel, wurde der Hund mittels Kommando in diese Position gebracht („Sitz“, „Bleib“) und kann den Abstand nicht frei wählen. Der Hund ist daher angespannt, weil er die Situation nicht beeinflussen kann.

Bild 6:
Hund – Körpersprachliche Signale:

  • Kopf abwenden
  • Gewicht nach hinten verlagert
  • Mundwinkel weit nach hinten gezogen
  • Ohren nach hinten gerichtet

Botschaft des Hundes:

  • „Ich brauche mehr Abstand!“

Was dem Hund helfen würde:

  • Auflösen der Situation bzw. erst gar nicht in so eine, für den Hund unangenehme, Lage bringen.
  • Das Kind könnte weiter weg, und zur Seite gedreht stehen.
  • Der Hund darf den Abstand zum Kind selbst wählen.
  • Verhindern der doch sehr statischen Situation – beispielsweise durch Fortsetzung des Spaziergangs.

Direkte Annäherung

Hunde finden eine direkte, frontale Annäherung meist bedrohlich. Sie versuchen durch ihre Körpersprache einen möglichen Konflikt abzuwenden.


Bild 7

Diese Signale sind auch oft zu beobachten, wenn eine Person sich nach vorne über den Hund, beugt.

Bild 7:
Hund – Körpersprachliche Signale:

  • Zunge schleckt übers Maul
  • Kopf wegdrehen
  • Schmale Augen/Blinzeln
  • Ohren zeigen nach hinten

Botschaft des Hundes:

  • „Bitte starre mich nicht an“
  • „Bitte nähere Dich nicht frontal!“
  • „Der Fotoapparat ist mir unheimlich“

Was dem Hund helfen würde:

  • Langsame Annäherung im Bogen
  • Kein direkter Blickkontakt
  • Seitlich drehen

Bild 8: Hund – Körpersprachliche Signale:

  • Maul geschlossen
  • Körper leicht zur Seite gedreht
  • Ohren und Gesicht direkt nach vorne gerichtet

Botschaft des Hundes:

  • „Der Fotoapparat ist mir unheimlich!“

Was dem Hund helfen würde:

  • Größerer Abstand

Bild 9: Hund – Körpersprachliche Signale:

Dieser Welpe zeigt einige Signale, die Unsicherheit ausdrücken.

Wenn Hunden etwas unheimlich ist, können sie es nicht aus den Augen lassen. Dieser Welpe schaut direkt zu der Person, die das Foto macht. Der restliche Körper sendet beschwichtigende Signale.

Körpersprachliche Signale:

  • Kopf und Körper seitlich gedreht
  • Pfote angehoben
  • Ohren nach hinten gerichtet
  • Rute oben

Berührungen

Bei der Berührung kommt es sehr oft zu Missverständnissen. Menschen berühren Hunde, weil sie ihnen ihre Zuneigung bekunden wollen. Um diese Situation für den Hund möglichst angenehm zu gestalten, ist die Beobachtung des Hundes sehr wichtig. Denn - auch der eigene Hund möchte gerne respektiert werden.


Bild 10

Ob ein Hund eine Berührung angenehm oder unangenehm empfindet, hängt von der jeweiligen Situation ab. Junge Hunde, die draußen noch sehr abgelenkt sind, empfinden Berührungen meist als unangenehm. Der Welpe auf dem Foto zeigt deutlich, dass er mit der Situation überfordert ist.

Wird auf diese Signale nicht reagiert, beginnen beispielsweise Welpen oft, in die Hände zu beißen. Andere mögliche Reaktionen auf die andauernde Missachtung ihrer Signale wären auch Aufregung (Hochspringen) oder ängstliche Reaktionen.

Körpersprachliche Signale:

  • Kopf wegdrehen
  • Körper leicht zur Seite gedreht
  • Zunge weit draußen
  • Mundwinkel weit nach hinten gezogen
  • Falten oberhalb der Lefzen

Botschaft des Hundes:

  • „Ich brauche mehr Abstand!“
  • „Bitte beuge Dich nicht über mich!“
  • „Bitte umarme mich nicht“

Was dem Hund helfen würde:

  • Größerer Abstand
  • Aufrechte Körperhaltung des Menschen
  • Nicht über den Hund greifen


Bild 11

Der Welpe auf dem Foto zeigt ebenfalls, dass er mit der Situation überfordert ist. Auch hier wird der Hund festgehalten. Möglicherweise wird von dem Welpen erwartet, dass er in den Tunnel geht, was er im Moment nicht möchte.

Körpersprachliche Signale:

  • Kopf vom Menschen abgewendet
  • Hecheln
  • Mundwinkel weit nach hinten gezogen

Botschaft des Hundes:

  • „Ich brauche mehr Abstand!“
  • „Bitte beuge Dich nicht über mich!“
  • „Bitte umarme mich nicht“
  • „Lass mir Zeit, diesen Gegenstand in meinem Tempo zu erkunden“

Was dem Hund helfen würde:

  • Größerer Abstand
  • Aufrechte Körperhaltung des Menschen
  • Nicht über den Hund greifen
  • Geduld

Freundliche Kontaktaufnahme


Bild 12

Dieser Hund sucht den Kontakt zu der Person und zeigt gleichzeitig leicht beschwichtigende Körpersprache. Hunde, die nahe bei Personen oder Hunden sind, zeigen diese Signale auch wenn sie sich freiwillig nähern. Durch die Nähe könnte ein Konflikt entstehen, den sie so im Keim ersticken können. Es handelt sich sozusagen um höfliche Umgangsformen, vergleichbar mit Hände schütteln bei Menschen. Auch wir können diese höflichen Signale anwenden, indem wir uns Hunden langsam und im Bogen nähern und uns seitlich drehen.

Körpersprachliche Signale:

  • Leicht gedrehter Körper
  • Ohren anliegend
  • Glatte Gesichtszüge
  • Weicher Blick, kein Augenkontakt
  • Die Pfote ist angehoben, das bedeutet – je nach Hund und Situation – eine Aufforderung oder eine Beschwichtigung
  • Die Person bleibt ruhig und streichelt den Hund vorerst nur leicht an der Schulter

Überforderung


Bild 13

Dieser Hund fühlt sich in der Situation deutlich unwohl. Sein Gesicht zeigt Stresszeichen, der Körper ist aus dem Gleichgewicht.

Körpersprachliche Signale:

  • Kopf und Körper wegdrehen
  • Zunge weit draußen
  • Mundwinkel weit nach hinten gezogen
  • Sehr ausgeprägte Falten oberhalb der Lefzen

Botschaft des Hundes:

  • „Ich fühle mich hier nicht wohl!“
  • „Bitte ziehe nicht an der Leine!“
  • „Das Brustgeschirr schnürt mir den Hals zu!“

Was dem Hund helfen würde:

  • Ein Sichtschutz zu den Ablenkungen
  • Verlassen der Situation
  • Verbesserung des Leinenhandlings
  • Passende Ausrüstung

Stressgesicht


Bild 14

Dieser Hund zeigt einige Anzeichen von Stress.

Körpersprachliche Signale:

  • Mundwinkel weit nach hinten gezogen
  • Zunge hängt weit aus dem Maul (löffelförmig)
  • Tiefe Falten um die Mundwinkel und zwischen Augen und Maul

Mögliche Ursachen:

  • Körperliche Anstrengung
  • Erwartungen des Hundehalters, psychischer Druck


Bild 15

Auf diesem Foto ist derselbe Hund wie auf dem Bild 14.

Hier zeigt sein Gesicht deutlich weniger Stress-Anzeichen. Seine Mundwinkel sind in normaler Position, sein Gesicht ist glatter, die Ohren hängen entspannt vom Kopf, der Hund hechelt nicht. 

Fotos: © HUNDE-FORUM

Vielen Dank an das HUNDE-FORUM für die Zurverfügungstellung dieser Fotos und des Textes, welchen das TierQuarTier Wien etwas angepasst hat.

 

 

 

 

 

TierQuarTier